O-Ton aus dem Kantonsrat

Mo 28.05.18

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Die psychische Gesundheit der Migrationsbevölkerung ist deutlich schlechter als diejenige von Schweizerinnen und Schweizern. Sprachliche und kulturelle Verständigungsprobleme stellen für die psychiatrische Behandlung ein zunehmend grösseres Problem dar. Davon zeugte auch der Jahresbericht 2015 des Kantonsspitals Winterthur. Die Finanzierung der Dolmetschleistungen in der Gesundheitsversorgung ist bis heute allerdings ungelöst.

Deshalb verlangten die Grünen mit dem Vorstoss «Interkulturelles Dolmetschen in der psychiatrischen Versorgung» vom Regierungsrat zu prüfen, wie den stationären und ambulanten Leistungserbringern in der Psychiatrie die Abrechnung der Kosten für die Dolmetschdienste ermöglicht werden kann. Dank dem vereinfachten Zugang zum interkulturellen Dolmetschen soll die psychiatrische Versorgung der Migrantinnen und Migranten effizienter und effektiver erbracht werden. Nur so kann ein diskriminierungsfreier Zugang zu unserer Gesundheitsversorgung gewährleistet werden.

Die bürgerliche Kantonsratsmehrheit beteuerte in der Debatte zwar, wie wichtig die Verständigung gerade in der psychiatrischen Behandlung ist und dazu auch interkulturelle Dolmetschende eingesetzt werden können müssen. Von der Finanzierung dieser Dienste durch den Kanton wollten die Bürgerlichen mit Verweis auf eine national einheitliche Lösung aber dann doch nichts wissen. Gerade diese nationale Lösung lässt aber seit Jahrzehnten auf sich warten - wegen des Widerstands der Bürgerlichen in Bundesbern.

Etwas Hoffnung besteht mindestens mittelfristig für die Übernahme der Kosten der Übersetzungs- und Dolmentschdienste in der stationären Gesundheitsversorgung: Der Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger hat in der Debatte beteuert, eine von der Gesundheitsdirektorenkonferenz GDK im März 2018 publizierte Empfehlung im Kanton Zürich umsetzen zu wollen und diese Kosten als anrechenbare Kosten zu betrachten, die in die Berechnung der Fallpauschalen einfliessen. Die Tarifverhandlungen zwischen Kanton und Versicherern werden zeigen, ob die Versicherer hier wirklich mitmachen.